Notizbuch Hand mit Stift und viele Fragezeichen (Wie Dialoge schreiben?)

Interessante Dialoge schreiben: Wie du Gespräche entwickelst, die Spaß machen

Gute Dialoge schreiben heißt, Gespräche zu entwickeln, die Figuren lebendig machen, die Handlung voranbringen und deine Leserschaft emotional mitnehmen. Gute Dialoge bringen nicht nur Informationen rüber, sondern erzeugen Dynamik, Nähe und oft auch Konflikt, ohne dass du alles erklären musst. Wenn du lernst, bewusst Dialog zu schreiben, wird dein Roman sofort spannender und moderner wirken.

Short Facts: Gute Dialoge schreiben im Überblick

  • Ein Dialog handelt immer von mindestens zwei Personen, die sich wörtlich unterhalten und aufeinander reagieren
  • Gute Dialoge bringen die Handlung voran, charakterisieren Figuren und enthalten oft Subtext statt bloßer Erklärung
  • Beim Schreiben von Dialogen solltest du Füllwörter, Dialekt und Redemittel sparsam einsetzen, damit der Text nicht ausschweifend oder gekünstelt wirkt
  • Zeichensetzung, Formatierung und klare Anführungszeichen sorgen dafür, dass deine wörtliche Rede sofort verständlich ist
  • Dialoge schreiben lernen heißt, bewusst Fragen und Antworten, Pausen, rhetorische Fragen und unausgesprochene Konflikte zu gestalten

Ein Dialog in einem Roman ist mehr als ein Gespräch zwischen mindestens zwei Personen. Er ist ein Stilmittel, mit dem du Figuren zum Leben erweckst, Beziehungen sichtbar machst und die Handlung voranträgst, ohne in lange Beschreibungen zu verfallen. Die Art, wie sich zwei oder mehr Gesprächspartner:innen in einer Wechselrede unterhalten, zeigt, wie sie denken, fühlen und was zwischen den Zeilen mitschwingt.

Gesprochene Sprache und geschriebener Dialog sind nicht dasselbe. Wenn Menschen im Alltag sprechen, sind ihre Sätze oft unvollständig, voller Füllwörter und Ausschweifungen. Ein geschriebener Dialog muss dagegen fokussiert, lesbar und sprachlich klar sein, damit die Unterhaltung authentisch wirkt, aber deine Leser:innen nicht ermüdet. Dein Ziel ist es, einen glaubwürdigen, lebendigen Schlagabtausch zu gestalten, der wie gesprochen wirkt, aber bewusst komponiert ist.

Was einen guten Dialog ausmacht: Vom gesprochenen zum geschriebenen Dialog

Einen guten Dialog zu schreiben bedeutet, Alltagssprache zu destillieren. Du nimmst, was in einer echten Unterhaltung passieren könnte, und reduzierst es auf das, was für Szene, Konflikt und Emotion wirklich relevant ist. So entsteht ein geschriebenen Dialog, der knapp genug ist, um Spannung zu erzeugen, und reich genug, um die Figuren zu charakterisieren.

Gute Dialoge wirken wie ein Schlagabtausch, in dem jede Antwort einen kleinen Schritt in Richtung Konfliktlösung oder Eskalation bringt. Wenn du beim Schreiben merkst, dass die Dialoge nur Informationen abladen oder sich im Kreis drehen, ohne etwas zu verändern, bremsen sie deinen Text. Dialoge bringen dann die Handlung voran, wenn nach der Szene klar ist, dass sich etwas für die Figuren, ihre Ziele oder ihre Beziehung verschoben hat.

Was ist ein Dialog & warum er mehr ist als gesprochener Text

Ein Dialog ist eine Wechselrede, also ein Gespräch zwischen mindestens zwei Personen, das in direkter Rede wiedergegeben wird. Er unterscheidet sich vom Monolog, in dem nur eine Figur spricht, und von der reinen Beschreibung, in der nichts wörtlich gesagt wird. In der Bucherstellung sind Dialoge eines der wichtigsten Werkzeuge, um Szenen dynamisch und nah an den Figuren zu erzählen.

Sie handeln immer von einer bestimmten Situation, in der die Personen ein Ziel, ein Problem oder ein Bedürfnis haben. Du schreibst nicht einfach auf, was jemand spricht, sondern konzentrierst dich auf das, was für Stimmung, Konflikt und Charakterisierung relevant ist. Einen Dialog zu schreiben ist damit auch immer eine Entscheidung darüber, was du weg lässt und was du hervorhebst.

Woran du gute Dialoge erkennst

Gute Dialoge zu schreiben bedeutet, Gespräche zu formen, die wie echte Gespräche wirken, aber klarer und pointierter sind als das, was im Alltag gesprochen wird. Du erkennst sie daran, dass die Szene schnell zu lesen ist, ohne dass sich deine Leser:innen fragen, wer gerade spricht oder warum diese Unterhaltung überhaupt existiert. Jede Zeile hat eine Funktion: Spannung, Humor, Information oder Charakterisierung.

Merkmale guter Dialoge auf einen Blick

➡️ Die Szene ist flüssig und schnell zu lesen
➡️ Es ist immer klar, wer spricht
➡️ Jede Zeile verändert etwas (Stimmung, Wissen, Beziehung, Konflikt)
➡️ Dialog und Erzähltext greifen ineinander, statt sich zu wiederholen
➡️ Die Figuren klingen unterschiedlich, ihre Sprechweise passt zur Persönlichkeit

Ein Dialog wirkt lebendig, wenn die Sprechweise der Figuren zu ihrer Persönlichkeit passt. Introvertiert, gehoben, umgangssprachlich, unsicher, sarkastisch oder sehr direkt: Die Ausdrucksweise sollte sofort etwas über die Figur verraten. Wenn du das Gefühl hast, dass alle gleich sprechen, fehlt die einzigartige Stimme, die Wiedererkennungswert schafft. Außerdem vermeiden gute Dialoge übertriebene Erklärungen von Dingen, die du auch zeigen kannst, und folgen dem Prinzip „show, don’t tell“, nicht „tell, don’t tell“.

Typische Fehler beim Dialog schreiben, die deinen Text bremsen

Statt nur im Fließtext darüber zu sprechen, kannst du typische Probleme und Lösungen klar gegenüberstellen:

Typischer FehlerWirkung im TextBessere Alternative
Info-Dumps im DialogUnglaubwürdig, Figuren wirken wie Stichwortgeber:innenInformationen über Handlung, Gedanken und kurze Dialogzeilen verteilen
Endloser Smalltalk ohne ZielSzene wirkt langatmig, Spannung sinktKlare Zielrichtung: Jede Szene braucht ein Konflikt- oder Informationsziel
Zu viele erklärende RedemittelText wirkt erklärlastig und schwerfälligNeutrale Redemittel nur dort einsetzen, wo Orientierung nötig ist
Übertriebener Dialekt oder FachjargonLesefluss stockt, Text wird schwer verständlichDialekt, Umgangssprache und Fachsprache dosiert und gezielt nutzen
Figuren sprechen alle gleichFiguren bleiben blass und austauschbarIndividuelle Ausdrucksweise und Sprechweise pro Figur ausarbeiten

Dialoge schreiben lernen: Figuren charakterisieren mit Sprache

Dialoge schreiben lernen bedeutet, zu verstehen, wie du mit Wortwahl, Satzbau und kleinen sprachlichen Details eine Figur perfekt charakterisieren kannst. Was eine Figur sagt und wie sie es sagt, verrät oft mehr über sie als jede Beschreibung. So entsteht eine Charakterisierung, die nicht einfach nur behauptet, sondern erfahrbar macht.

Wenn du dir beim Schreiben bewusst machst, welche Haltung eine Figur in einem Gespräch zwischen zwei Personen hat, verändert sich ihre Sprache. Eine Figur, die Macht ausübt, stellt andere Fragen als jemand, der sich verteidigt. Beobachte, wie sich das Verhältnis der Gesprächspartner:innen in ihren Antworten und in ihrem Schweigen zeigt. Das macht die Gespräche tiefergehende und glaubwürdiger.

Figuren charakterisieren durch Wortwahl, Satzbau & Redemittel

Die Ausdrucksweise einer Figur ist ein zentrales Werkzeug, um sie über den Dialog zu charakterisieren. Manche Menschen sprechen knapp, andere ausschweifend; manche sind höflich und gehoben, andere sehr direkt oder aggressiv. Du kannst Füllwörter, Redewendungen, Umgangssprache, Fachbegriffe und Satzlänge nutzen, um sofort ein Bild zu erzeugen, ohne es erklären zu müssen.

Redemittel wie „sagte er“ oder „fragte sie“ sind unauffällige Helfer, um zu zeigen, wer spricht. Darüber hinaus kannst du kurze Begleitsätze nutzen, um Emotion und Körperreaktion deutlich zu machen, ohne alles auszuformulieren. Die Art, wie Ideen wörtlich formuliert werden, zeigt, wie eine Figur denkt. So entsteht ein Charakter, der schon durch seine Worte lebendig wirkt, noch bevor du ihn genauer beschrieben hast.

Eine einzigartige Stimme finden: So klingt keine Figur wie die andere

Eine einzigartige Stimme entsteht, wenn du einer Figur ein konsistentes Muster aus Wortwahl, Sprechweise und Haltung gibst. Sie kann viele Fragen stellen, eine andere eher knappe Antworten geben, eine dritte liebt rhetorische Fragen oder ironische Kommentare. Diese Kombination sorgt dafür, dass deine Leser:innen auch ohne Redemittel erkennen, wer gerade spricht.

Durch Wiedererkennbarkeit in der Sprache entsteht ein Wiedererkennungswert, der Figuren unverwechselbar macht. Du kannst dafür auch an realen Menschen ansetzen, ihre Art zu sprechen beobachten und daraus ein klares Profil entwickeln. So wird jeder Schlagabtausch zwischen deinen Figuren eigenständig, selbst wenn sie über ähnliche Themen sprechen.

Wann Dialekt deinem geschriebenen Dialog wirklich hilft

Dialekt ist ein kraftvolles Werkzeug, um Figuren zu charakterisieren, kann aber schnell übertrieben wirken und die Lesbarkeit beeinträchtigen. Wenn du einen Dialekt einsetzt, solltest du ihn sparsam verwenden, zum Beispiel in einzelnen Wörtern, typischen Redewendungen oder der Satzmelodie. Ein komplett im Dialekt geschriebener Dialog kann deine Leserschaft möglicherweise überfordern.

Statt ganze Sätze im Dialekt zu schreiben, kannst du den regionalen oder sozialen Hintergrund sprachlich andeuten. Einzelne Begriffe, leichte Abweichungen im Satzbau oder typische Sprachbilder reichen oftmals schon aus, um Authentizität zu erzeugen. So bleibt das Manuskript gut lesbar, und der Dialog wirkt trotzdem glaubwürdig. Deine Figuren charakterisieren sich dann durch Nuancen statt durch schwer entzifferbare Lautschrift.

Subtext im Dialog schreiben: Wie gute Dialoge interessant & vielschichtig werden

Subtext ist das, was unter der wörtlichen Rede liegt. Es sind die versteckte Absichten, Gefühle und Gedanken, die die Figuren nicht aussprechen, die aber in ihrer Sprechweise, ihren Pausen und ihren Ausweichmanövern sichtbar werden. Wenn du Subtext geschickt einsetzt, werden selbst scheinbar harmlose Sätze zu Trägern von Spannung.

Interessante Dialoge entstehen oft gerade dadurch, dass Figuren etwas nicht sagen können oder wollen. Sie weichen Fragen aus, wechseln das Thema oder reagieren zu heftig auf eine Kleinigkeit. Subtext macht einen Dialog erst lebendig, weil deine Leser:innen merken, dass „mehr dahinter“ steckt, ohne dass du es erklärst. So wird aus einer Unterhaltung eine Szene voller Tiefe.

Was Subtext im Dialog ist und warum das Ungesagte zählt

Beim Subtext geht es darum, dass die Figuren etwas sagen, aber etwas anderes meinen. Die wörtliche Rede ist dann nur die Oberfläche, unter der echte Emotionen und Motive liegen. Statt „Ich bin verletzt“ zu sagen, macht eine Figur vielleicht einen sarkastischen Kommentar oder stellt eine scheinbar nebensächliche Frage.

Das Ungesagte zählt, weil es deine Leser:innen aktiv einbindet. Sie lesen zwischen den Zeilen, verbinden Gesten, Dialogzeilen und Pausen zu einem Gesamtbild und fühlen sich dadurch näher an den Figuren. Gerade in Konfliktszenen macht Subtext den Unterschied zwischen einem flachen Streit und einem tiefen, glaubwürdigen Schlagabtausch.

Konflikt, Gefühle, Geheimnisse: So entsteht Subtext in deinen Dialogen

Subtext entsteht besonders dann, wenn Figuren etwas verbergen wollen. Vielleicht haben sie Geheimnisse, vielleicht schämen sie sich, vielleicht wollen sie jemanden schützen. Statt alles direkt anzusprechen, weichen sie aus, verwenden ironische Bemerkungen oder lenken ab. Dieser Kontrast zwischen dem, was gesagt wird, und dem, was gemeint ist, erzeugt Spannung.

Um Subtext zu erzeugen, ist es hilfreich, dir vor dem Schreiben klar zu machen, was jede Figur in der Szene unbedingt will und wovor sie Angst hat. Wenn du das kennst, kannst du gezielt Dialogzeilen gestalten, in denen die Figuren versuchen, ihr Ziel zu erreichen, ohne ihre inneren Schwächen offen zu legen. So entstehen Dialoge, die tiefergehende Ebenen besitzen, ohne dass du sie erklären musst.

Dialoganalyse: Subtext in deinen eigenen Szenen erkennen & stärken

Dialoganalyse bedeutet, deine eigenen Szenen zu überprüfen, um herauszufinden, was wirklich unter der Oberfläche passiert. Stelle dir zu jeder Dialogzeile Fragen wie:

  • Was will die Figur in diesem Moment wirklich erreichen?
  • Was versucht sie zu vermeiden oder zu verbergen?
  • Welche Gefühle werden verschleiert oder überdeckt?
  • Passt die Sprechweise zur Situation und zur Figur?

So erkennst du, ob deine Dialoge nur Informationen liefern oder ob Subtext vorhanden ist.

Übung: Subtext bewusst einsetzen (Schritt für Schritt)

  1. Szene auswählen
    Wähle eine kurze Szene, in der zwei Personen über ein emotional aufgeladenes Thema sprechen (z. B. Streit, Geheimnis, unausgesprochene Wünsche).
  2. Variante A schreiben: Alles offen aussprechen
    Lass die Figuren alles direkt benennen: Gefühle, Gedanken, Konflikte. Jede Figur sagt genau, was sie denkt und fühlt.
  3. Variante B schreiben: Nichts direkt aussprechen
    Schreibe die gleiche Szene noch einmal, diesmal ohne direkte Benennungen. Nutze Ausweichmanöver, Andeutungen, Fragen und Reaktionen, statt Gefühle zu benennen.
  4. Vergleichen und analysieren
    Lies beide Versionen laut. Achte darauf: Welche Version wirkt spannender? Wo liest du „zwischen den Zeilen“ mehr mit? Welche Zeilen aus Version B funktionieren besonders gut als Subtext?
  5. Subtext gezielt übernehmen
    Kombiniere die stärksten Zeilen aus Variante B mit einzelnen Klarstellungen aus Variante A. So entsteht eine neue Version, in der Subtext bewusst eingesetzt wird, ohne dass der Dialog unverständlich wird.

So lernst du Schritt für Schritt, Subtext nicht dem Zufall zu überlassen, sondern ihn gezielt einzubauen.

Dialoge korrekt schreiben: Zeichensetzung, Redemittel & Formatierung

Damit deine Dialoge sofort verständlich sind, brauchst du eine saubere Zeichensetzung und klare Formatierung. Wörtliche Rede wird in Anführungszeichen gesetzt und meist mit Begleitsätzen kombiniert, die zeigen, wer spricht und wie etwas gesagt wird. Wenn du bei der direkten Rede unsicher bist, lohnt es sich, ein paar einfache Muster zu verinnerlichen.

Grundprinzipien für Klarheit im Dialog

➡️ Jede neue Sprecherin / jeder neue Sprecher bekommt einen eigenen Absatz
➡️ Wörtliche Rede steht in Anführungszeichen
➡️ Redemittel („sagte er“, „fragte sie“) helfen bei der Orientierung, sollten aber nicht jede Zeile begleiten
➡️ Zwischen Dialogzeilen können kurze Handlungen oder Gedanken stehen, um Stimmung und Körperlichkeit zu zeigen
➡️ Die Figuren klingen unterschiedlich, ihre Sprechweise passt zur Persönlichkeit

Beim Schreiben eines Manuskripts hilft eine einheitliche Gestaltung. Jeder Sprecherwechsel bekommt einen neuen Absatz, wodurch der Dialog dynamisch und leicht zu verfolgen bleibt. So müssen sich deine Leser:innen nicht durch lange Textblöcke kämpfen, sondern können dem Gespräch intuitiv folgen.

Zeichensetzung im Dialog: Anführungszeichen, Kommas und andere Stolperfallen

Hier ein paar einfache Muster, die du als Orientierung nutzen kannst:

  • Dialog mit Begleitsatz hinten: „Ich komme später nach Hause“, sagte er.
  • Begleitsatz vorne: Sie fragte: „Bist du sicher, dass das eine gute Idee ist?“
  • Unterbrechung durch Begleitsatz: „Wenn du gehst“, sagte sie leise, „dann komm bitte nicht zurück.“

In der wörtlichen Rede werden Anführungszeichen am Anfang und am Ende des Gesagten gesetzt. Danach folgt oft ein Begleitsatz mit einem Redemittel wie „sagte er“ oder „fragte sie“. Hier spielen Kommas und Punktsetzung eine große Rolle, damit klar ist, wo die wörtlich gesprochene Äußerung endet und der Erzählertext beginnt.

Ein typischer Fehler ist es, Gedanken und Dialog zu vermischen, ohne sie typografisch zu trennen. Achte darauf, dass deine Leser:innen immer erkennen können, ob gerade eine Figur spricht oder ob die Erzählstimme etwas erklärt. Wenn du mit direkter Rede konsequent arbeitest, vermeidest du Missverständnisse und hältst den Lesefluss sauber.

Redemittel im Dialog: „sagte er“ und Alternativen sinnvoll einsetzen

Redemittel sind neutrale Markierungen, die zeigen, wer spricht. „sagte er“, „fragte sie“ oder „antwortete er“ sind unscheinbar, aber hilfreich. Sie treten hinter dem Gesagten zurück, wodurch der Dialog lebendig bleibt, ohne durch auffällige Verben überladen zu werden.

Gleichzeitig können Varianten gezielt eingesetzt werden, damit es nicht eintönig wird. Wichtig ist, sie sparsam und passend zur Situation zu nutzen.

Mögliche Alternativen (je nach Ton):

💡 „flüsterte sie“
💡 „murmelte er“
💡 „rief sie“
💡 „brummte er“
💡 „entgegnete sie“
💡 „meinte er“
💡 „schoss sie zurück“ (für schnellen Schlagabtausch)
💡 „zischte er“ (bei Wut, Zorn)

Du kannst Redemittel mit kurzen Beschreibungen kombinieren, um Gefühle oder Handlungen einzubauen, zum Beispiel, wenn eine Figur beim Sprechen etwas tut:

  • „Ich weiß nicht, ob das stimmt“, sagte er und verschränkte die Arme.
  • „Lass es gut sein“, flüsterte sie und starrte auf den Boden.

Wichtig ist, dass du Redemittel nicht in jeder einzelnen Zeile benutzt. Wenn klar ist, wer spricht, kannst du einige Redemittel weglassen und den Rhythmus aus Fragen und Antworten selbst für die Orientierung nutzen.

Dialogschreiben im Deutschen: Formatierung, Absätze und Lesefluss

Beim Dialogschreiben gilt: Jede neue Sprecherin und jeder neue Sprecher erhält einen eigenen Absatz. Das bringt Struktur in das Gespräch, macht es übersichtlich und erhöht das Tempo. Lange erklärende Absätze zwischen zwei Zeilen Dialog bremsen den Schlagabtausch und sollten gezielt eingesetzt werden.

Beispiele für einen klar strukturierten Dialog:

„Kommst du heute Abend noch vorbei?“

„Ich weiß es nicht“, sagte er. „Es ist viel zu tun.“

„Du hast immer viel zu tun.“ Sie wandte sich ab und griff nach ihrer Tasche.

„Das ist doch nicht dein Ernst.“ Er lachte erschüttert.

„Doch. Voll und ganz.“

Wenn du beim Schreiben merkst, dass du jede Zeile erklärst, ist das ein Hinweis darauf, dass du deinen Leser:innen zu wenig zutraust. Dialoge bringen Wirkung, wenn sie für sich stehen dürfen. Ein klar strukturierter, gut formatierter Dialog wirkt sofort professioneller und erleichtert es, das Manuskript später zu überarbeiten.

Dialog schreiben im Buchprojekt: Von ersten Dialog-Beispielen zur Überarbeitung

In jedem Buchprojekt gibt es einen Punkt, an dem du nicht mehr nur Szenen planst, sondern konkrete Dialoge schreiben musst. Am Anfang geht es darum, überhaupt mutig wörtliche Rede aufs Papier zu bringen, später darum, diese Dialoge zu verdichten und zu schärfen. Dafür eignen sich gezielte Übungen und ein systematischer Blick auf deine Dialoge.

Sie bringen nicht nur Tempo, sie können auch zeigen, wie weit deine Figuren auf ihrem Weg sind. Wenn sich ihre Sprechweise, ihre Redemittel und ihre Haltung im Verlauf der Geschichte verändern, spiegelt das ihre innere Entwicklung. So wird der Dialog zu einem Werkzeug, um Figurenentwicklung sichtbar zu machen, statt sie nur zu erklären.

Dialog-Beispiele aus deinem Buchprojekt überarbeiten (Schritt für Schritt)

Statt nur im Fließtext darüber zu sprechen, kannst du die Überarbeitung als einfache, schnell anwendbare Checkliste aufbauen:

  1. Dialogstellen auswählen
    Suche dir 2 – 3 kurze Szenen, in denen vor allem Dialog vorkommt (z. B. Streit, Geständnis, Verhör).
  2. Laut lesen
    Lies die Szenen laut und markiere Stellen, an denen du hängen bleibst, ungeduldig wirst oder die Figuren „unnatürlich“ klingen.
  3. Überflüssiges streichen
    Streiche Sätze, die nichts Neues bringen oder Informationen doppeln, die bereits klar sind.
  4. Figurenstimmen schärfen
    Prüfe, ob die Figuren unterschiedlich sprechen. Passe Wortwahl, Satzlänge und Füllwörter an die Persönlichkeit an.
  5. Subtext einbauen
    Ersetze direkte Benennungen („Ich bin wütend“) durch Handlungen, Ausweichmanöver oder Andeutungen, wo es passt.
  6. Formatierung glätten
    Achte darauf, dass jeder Sprecherwechsel einen neuen Absatz bekommt, und überprüfe Anführungszeichen und Kommas.

Mit dieser Schrittfolge reduzierst du deinen Dialog auf das Wesentliche und sorgst dafür, dass er dynamisch bleibt, Figuren klar charakterisiert werden und es sich leicht lesen lässt.

Gute Dialoge zu schreiben üben: Lautlesen, Kürzen und Straffen

Dialoge schreiben lernen ist wie Training: Je öfter du bewusst übst, desto natürlicher wird es. Eine einfache Übung besteht darin, nur Dialog zu schreiben, ohne Beschreibungen oder Gedanken. So konzentrierst du dich ganz auf Rhythmus, Wortwahl und Wechselrede und siehst, ob das Gespräch für sich funktioniert.

Beim Überarbeiten ist Kürzen ein wichtiges Werkzeug. Streiche Füllwörter, doppelte Informationen und ausschweifend formulierte Erklärungen. Achte darauf, dass die Figuren trotzdem authentisch wirken, ohne dass du jede Umgangssprache übertreibst. So entstehen Dialoge, die die Handlung voranzutreiben helfen, statt sie zu bremsen.

Checkliste: Interessante Dialoge schreiben statt endlosem Smalltalk

Die folgende Checkliste soll dir helfen, schnell zu prüfen, ob deine Dialoge das leisten, was du willst.

Dialog-Checkliste

Interessante Dialoge schreiben

Überprüfe deine Dialoge statt endlosem Smalltalk

💬 So funktioniert’s: Hake ab, welche Kriterien deine Dialoge erfüllen. Je mehr Punkte du abhaken kannst, desto besser sind deine Dialoge!
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FAQ: Die wichtigsten Fragen zum Thema Dialoge schreiben

Es gibt keine feste Regel, aber Dialoge bringen Tempo und Nähe, während erzählter Text eher verlangsamt. Eine gute Mischung ist wichtig. Zu wenig Dialog kann distanziert wirken, zu viel Dialog ohne Kontext kann überfordern.

Dialoge handeln zwar von gesprochener Sprache, sind aber immer ein vereinfachtes, verdichtetes Abbild der Wirklichkeit. Sie sollten authentisch wirken, ohne alle Brüche und Wiederholungen echter Gespräche nachzubilden. Ziel ist Lesbarkeit und Wirkung, nicht exakte Wiedergabe.

Setze Dialekt sparsam ein, vor allem, wenn du damit eine Figur charakterisieren möchtest. Einzelne Wörter oder typische Redeweisen reichen oft aus. Ein komplett im Dialekt gehaltener Dialog kann die Leser:innen abschrecken (vor allem, wenn sie den Dialekt womöglich nicht verstehen) und das Lesen unnötig erschweren.

Lies Dialoge in Büchern, die du liebst, und analysiere, wie sie aufgebaut sind. Schreibe eigene mit verschiedenen Figurenkonstellationen und überarbeite sie anschließend. Je bewusster du auf Sprechweise, Subtext und Zeichensetzung achtest, desto sicherer wirst du im Dialogschreiben.

Bildhinweis: Pexels / Leeloo The First

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